Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am 12.05.2020 beschlossen, dass das Tattoo eines Polizeianwärter auf der Brust kein Kriterium der Ablehnung des Bewerbers sein darf (OVG Münster Az. 6 B 212/20).

Der Antragsteller trug auf der Brust ein großflächiges Löwen-Tattoo, weswegen ihn die nordrhein-westfälische Polizei ablehnte. Der Mann hatte bis dahin alle Testverfahren bestanden. Die Begründung der Ablehnung war, dass man die charakterliche Eignung wegen des Tattoos anzweifle. So wirke der brüllende Löwenkopf auf einen objektiven Dritten kampfbereit und aggressiv und ließe beim Träger den Eindruck entstehen, er habe einen gewaltbereiten Charakter.

Allerdings widersprach das OVG dieser Ansicht und betonte, dass man nicht Aufgrund einer Tätowierung auf den Charakter und persönliche Einstellungen einer Person schließen könne. Allein aus der Tatsache heraus, dass der Anwärter ein solches Tattoo trägt könne man wohl kaum nötige Anhaltspunkte dafür finden, dass der Mann sich nicht der demokratischen und rechtsstaatlichen Grundordnung verpflichtet fühle.

Seitens des Antragsstellers wurde eine solche Gewaltverherrlichende Einstellung auf bestritten. Der Löwe bedeute für Ihn Mut und Stärke.

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