Häufig problematisch ist die Sachlage, wenn ein Geschäftsführer einer GmbH von seinem Amt abberufen wird. Das Gesetz sieht nämlich nicht gleichzeitig auch die Beendigung des Anstellungsverhältnisses vor.

Im vorliegenden Fall arbeitet der Kläger fast 30 Jahre lang bei einer medizinischen Einrichtung, welche als GmbH betrieben wird. Als der Kläger im Jahr 2018 aus Altersgründen als Geschäftsführer abberufen wurde, ging dieser allerdings nicht davon aus, dass damit auch sein Anstellungsvertrag beendet sei.

Das Landgericht sollte nun den Fortbestand des Anstellungsvertrages feststellen. Das Landgericht entschied jedoch, dass eine automatische Beendigung des Anstellungsvertrages möglich ist, wenn die Altersgrenze erreicht ist.

Dies sei auch ohne eine ausdrückliche Regelung der Fall, nämlich immer dann, wenn die Gesellschaft aus dem Verhalten des Geschäftsführers schließen durfte, dass er auch ohne eine ausdrückliche Vereinbarung mit einer solchen Regelung einverstanden war. Hierfür muss ein konkludent Zustimmendes Verhalten jedoch vorliegen. Was vorliegend der Fall gewesen ist.

Für das Gericht war der neben anderen Umständen entscheidend, dass der Kläger mehrfach zum Ausdruck brachte, dass er in den Ruhestand eintreten wolle. Es wäre nicht erkennbar gewesen, dass der Kläger nach dem Ausscheiden aus dem Amt des Geschäftsführers auch weiter für die Beklagte hätte tätig seien wollen, so das Gericht (LG Osnabrück, Urteil vom 18.03.2020 – 18 = 428/18).

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