Dokumentation der Arbeitszeit

Zunächst steht die Frage im Raum, was man unter Arbeitszeitenbetrug genau verstehen darf. Es gibt erst einmal keine gesetzliche Definition. Die Rechtspruch sieht den Arbeitszeitenbetrug zunächst als vorsätzlichen Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine Pflicht, die Arbeitszeiten korrekt und wahrheitsgemäß zu dokumentieren.

Diese Pflichtverletzung kann sich in verschiedenen Ausprägungen zeigen.

1. Vielen sehr bekannt ist die sogenannte Raucherpause. Sofern diese im Betrieb nicht als üblich gilt und der Arbeitnehmer sich nicht aussticht, um rauchen zu gehen, kann hierin ein Arbeitszeitenbetrug gesehen werden.

2. Weiterhin stellt das häufige Zuspätkommen im Zweifel auch einen Arbeitszeitenbetrug dar. Insbesondere dann, wenn die verpasste Zeit nicht nachgearbeitet wird.

3. Sehr verbreitet ist auch die Nutzung des Internets während der Arbeitszeit zu privaten Zwecken.

4. Eindeutig ein Arbeitszeitenbetrug liegt dann vor, wenn bewusst falsch ausgestempelt wird. In besonders verwerflichem Ausmaß geschieht dies, wenn hierbei auch noch andere Mitarbeiter in diese Praktik eingebunden werden.

5. Allerdings gibt es auch noch andere Härtefälle. Diese liegen beispielsweise dann vor, wenn ein Mitarbeiter vorgibt krank zu sein und die Zeit dann nutz, um anderen bezahlten Tätigkeiten nachzugehen.

Allerdings ist ein solches Verhalten immer innerbetrieblich zu beurteilen. Eine gängige Praxis des Betriebes kann nicht zur Abmahnung einer einzelnen Person führen. Dies ist nur dann gerechtfertigt, wenn das Fehlverhalten ein großes Ausmaß annimmt.

Was passiert wenn man in Verdacht gerät?

Sollte der Arbeitgeber den Verdacht hegen, dass ein Arbeitnehmer Arbeitszeitenbetrug begeht, ist es empfehlenswert umgehend einen Anwalt zu konsultieren und das weiter Vorgehen zu besprechen. Zunächst ist es empfehlenswert dem Arbeitnehmer eine Abmahnung für das Fehlverhalten auszusprechen. Allerdings ist es im Ernstfall immer schwierig einen Arbeitszeitenbetrug nachzuweisen. Hier kann im Zweifel eine Detektei beauftragt werden, den Arbeitnehmer zu beschatten. Doch hierbei ist Vorsicht geboten, um einen Arbeitnehmer beschatten zu dürfen muss ein konkreter Verdacht bestehen, dass die Überwachung auch rechtmäßig ist. Auch kann innerbetrieblich eine Überwachung stattfinden, dies muss ich allerdings im Rahmen halten und darf nicht die Grenzen der Intimsphäre überschreiten.

Lohnrückzahlung?

Sollte sich der Verdacht bestätigen, so kann der Arbeitgeber mitunter eine Lohnrückzahlung fordern, sowie einen Schadensersatz. Allerdings sollte neben den juristischen Konsequenzen auch innerbetrieblich umgedacht werden. Für alle Mitarbeiter sollten klare und strukturierte Regelungen gelten, an die sich künftig jeder zu halten hat.

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